Ein Mensch bricht plötzlich zusammen. Was ist zu tun? Notruf absetzen, helfen, mit der Wiederbelebung beginnen – in solchen Momenten zählt jede Minute. Damit Kinder und Jugendliche in solchen Situationen sicher handeln können, setzen sich das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Jugendrotkreuz (JRK) für eine verbindliche Verankerung von Erste-Hilfe-Kompetenzen im schulischen Bildungssystem ein.
Zum Welt-Erste-Hilfe-Tag am 12. September unterstützt der DRK Landesverband Sachsen-Anhalt diese Forderung. Sie ist Teil eines gemeinsamen Positionspapiers von DRK und JRK auf Bundesebene. Darin geht es neben Erster Hilfe und Laienreanimation auch um Gesundheitskompetenz sowie Resilienz und die Vorbereitung auf Krisen- und Katastrophensituationen. Vorgesehen sind mindestens 24 Unterrichtsstunden pro Schuljahr.
„Erste Hilfe ist eine Kompetenz fürs Leben“, so Jörg Gaßdorf, Landesleiter des JRK Sachsen-Anhalt. „Kinder und Jugendliche können früh lernen, Verantwortung zu übernehmen und in einem Notfall zu handeln. Wer weiß, was zu tun ist, gewinnt Sicherheit – und kann im entscheidenden Moment den Unterschied machen.“
Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand sind die ersten Minuten entscheidend. Nach Angaben des DRK könnten jährlich mindestens 10.000 zusätzliche Menschenleben gerettet werden, wenn alle Menschen die Grundlagen der Laienreanimation beherrschen würden. Erste Hilfe soll deshalb nach der Vorstellung von DRK und JRK ebenso selbstverständlich vermittelt werden wie andere grundlegende Kompetenzen – und jedes Kind während seiner Schulzeit erreichen.
In Sachsen-Anhalt gibt es dafür bereits einen wichtigen praktischen Baustein. Im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit dem Kultusministerium wird das Projekt „Wiederbelebung an Schulen“ schrittweise für Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse angeboten. Die Vermittlung erfolgt als ergänzende außerunterrichtliche Maßnahme durch Ausbilderinnen und Ausbilder der Hilfsorganisationen.
„Die außerunterrichtlichen Angebote zur Wiederbelebung sind ein wichtiger und erfolgreicher Baustein“, sagt Steffi Mertens, Teamleiterin Erste Hilfe im DRK Landesverband Sachsen-Anhalt. „Wenn wir aber wirklich alle jungen Menschen erreichen und mit grundlegenden Kompetenzen für den Notfall ausstatten wollen, müssen wir Erste Hilfe verbindlich im Unterricht verankern. Eine freiwillige AG nach dem Unterricht erreicht naturgemäß nur einen Teil der Schülerinnen und Schüler. Unterricht, an dem alle teilnehmen, bietet dagegen die Chance, eine ganze Generation mit diesen wichtigen Fähigkeiten auszustatten.“
Das DRK Sachsen-Anhalt will deshalb beide Ansätze miteinander verbinden: bestehende praktische Angebote zur Wiederbelebung sichern und ausbauen und zugleich Erste Hilfe dauerhaft im schulischen Alltag verankern.
Das gemeinsame Positionspapier von DRK und JRK finden Sie hier: https://www.drk.de/newsroom/welt-erste-hilfe-tag-erste-hilfe-in-schulen/
Erste-Hilfe- Kurse beim DRK Sachsen-Anhalt
Kurse können unter folgender Homepage in ganz Sachsen-Anhalt gebucht werden.
https://www.sachsen-anhalt.drk.de/kurse/erste-hilfe/rotkreuzkurs-erste-hilfe.html
DRK Landesverband Sachsen-Anhalt e. V.:
Er ist einer von 19 Landesverbänden des Deutschen Roten Kreuzes. Zum Landesverband Sachsen-Anhalt gehören wiederum 20 Mitgliedsverbände. Mehr als 7.000 Mitarbeitende und etwa 6.100 Ehrenamtliche engagieren sich beim DRK in Sachsen-Anhalt.
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